01 In diesem Kapitel schauen wir uns aktiv verwaltete Investmentfonds als Gruppe von Finanzprodukten an. 02 Was ist ein Investmentfonds? Ein Investmentfonds ist ein Fonds zur Geld- und Kapitalanlage. Bei Investitionen in einen Investmentfonds profitiert jeder einzelne Anleger von den Vorteilen des Handelns als Gruppe. Die Vorteile umfassen unter anderem erstens die Möglichkeit, einen Investment-Manager anzustellen, der unter Umständen bessere Renditen erzielt und bedarfsgerechtes Risikomanagement erbringt. Zweitens den Vorteil des Skaleneffekts zu nutzen, zum Beispiel für niedrigere Transaktionskosten. Und drittens die Diversifikation zum Beispiel auf verschiedene Anlageklassen. 03 Und so funktioniert ein Investmentfonds: Anleger zahlen Geld in einen solchen Fonds. Und dafür erhalten Sie Anteilscheine. Der Fonds bündelt das Geld und investiert es beispielsweise in Anleihen, Aktien und/oder Immobilien. Die Erträge daraus fließen dann an die Anleger zurück. 04 Typische Fonds für unterschiedliche Anlageklassen sind Aktienfonds, Rentenfonds und Immobilienfonds. Daneben gibt es auch Fonds, die verschiedene Anlageklassen mischen dürfen. Diese Fonds sind Mischfonds oder Dachfonds. 05 Was ist nun ein Mischfonds? Ein Mischfonds ist ein Investmentfonds, der in mehrere Anlageklassen wie Aktien, Rentenpapiere, Geldmarkt­titel, Rohstoffe, Edelmetalle und Immobilien gleichzeitig anlegen kann. Er kombiniert Wachstumschancen von riskanteren Anlagen wie Aktien mit Erträgen aus risikoärmeren Anlagen wie Anleihen. Dies gibt dem Fondsmanager einen größeren Anlagespielraum: Solche Fonds werden also aktiv verwaltet. Die Verwaltung kann ein Mensch übernehmen, aber auch ein Robo-Advisor! 06 Das Mischungsverhältnis der verschiedenen Anlageklassen ist durch die Ausrichtung des Mischfonds in gewissen Grenzen festgelegt. Konservative Fonds haben einen höheren Renten- oder Geldmarktanteil; dadurch haben sie niedrigere Risiken, aber auch niedrigere Gewinnchancen. Progressive Fonds legen einen größeren Teil etwa in Aktien oder Edelmetallen wie Gold an. Den erhöhten Gewinnchancen steht aber auch ein erhöhtes Verlustrisiko gegenüber. Ausgewogene Mischfonds teilen die Einlagen gleichmäßig auf. Den Fondsgesellschaften ist erlaubt, die Verteilung der angelegten Gelder je nach Marktlage in gewissem Rahmen zu variieren. Bei stagnierenden oder fallenden Aktienkursen kann der Fondsmanager zum Beispiel zu verzinslichen Wertpapieren wechseln; bei positiver Tendenz am Aktienmarkt kann er den Schwerpunkt wieder auf die Aktienanlage verlagern. 07 Und was ist jetzt ein Dachfonds? Als Dachfonds (fund of funds) werden Investmentfonds bezeichnet, die das Geld der Anteilseigner wiederum in Anteilen von Investmentfonds anlegen. Die Fonds, in die der Dachfonds investiert, bezeichnet man dabei als Zielfonds. Investmentfonds, die sowohl in einzelne Wertpapiere wie Aktien oder Rentenpapiere als auch in Investmentfonds investieren, werden zuweilen in Abgrenzung zum Dachfonds auch Superfonds genannt. Daneben gibt es auch spezialisierte Dachfonds, die sich auf eine bestimmte Asset-Klasse oder ein bestimmtes Thema konzentrieren. Dazu gehören unter anderem Dachhedgefonds: Diese investieren in einzelne Hedgefonds. 08 Grundsätzlich stehen einem in Deutschland zugelassenen Dachfonds alle ebenfalls in Deutschland zugelassenen Investmentfonds offen, die nicht selbst Dachfonds zur Vermeidung von Kaskadeneffekten, Spezialfonds oder geschlossene Fonds sind. Ein einzelner Zielfonds darf einen Anteil von zwanzig Prozent des Gesamtvermögens des Dachfonds nicht überschreiten. Außerdem darf ein Dachfonds nicht mehr als zehn Prozent der Anteile am Vermögen des Zielfonds halten. 09 Was ist ein Hedgefonds? Ein Hedgefonds ist ein aktiv verwalteter Investmentfonds, der durch das Eingehen hoher Risiken überdurchschnittliche Renditen gegenüber dem Vergleichsmaßstab erzielen will. Die Hedgefonds bilden eine sehr heterogene Gruppe innerhalb der Investmentfonds. Sie verfolgen unterschiedliche Anlagestrategien und können diese mit einer breiten Palette an Finanzinstrumenten umsetzen, dazu gehört auch das Wetten auf fallende Kurse durch Leerverkäufe sowie das kreditbasierte Hebeln. 10 Was bedeutet aktiv gemanaged beziehungsweise verwaltet? Bei einem aktiven Fondsmanagement existiert ein Fondsmanager in Form von realen Personen als Vermögensverwalter. Durch seine Handelsaktivität versucht er, aufgrund eigener Markteinschätzungen via Umschichtung eine Überrendite gegenüber einem Vergleichsmaßstab anzustreben. Dieser Vergleichsmaßstab kann ein Index wie der Dachs sein. Dabei sind mehr oder weniger hohe Verwaltungskosten in Kauf zu nehmen. Entscheidungshilfe für den Vermögensverwalter kann dabei die Fundamentalanalyse und/oder die Technische Analyse bieten. 11 -> s. ETP 12 12 Was ist der Unterschied zwischen einem offenen und einem geschlossenen Fonds? Bei einem geschlossenen Investmentfonds wird eine feststehende Anzahl von Anteilen oder eine feststehende Kapitalsumme eingeworben, ohne dass Anteile an den Fonds selbst zurückgegeben werden können. Das Einwerben erfolgt in einem festgelegten Platzierungszeitraum; danach wird der Fonds geschlossen. Die Vermittler von geschlossenen Fonds erhalten in der Regel hohe Provisionen, die letztlich der Käufer zu tragen hat. Geschlossene Fonds werden nicht an der Börse gehandelt.  Es werden keine neuen Anteile zur Befriedigung weiterer Investorennachfragen ausgegeben. Das Motiv der Anleger in einem geschlossenen Fonds ist klar: Wo das Verlustrisiko groß ist, ist auch das Gewinnpotenzial beachtlich. Renditen von acht Prozent und mehr im Jahr klingen hier verlockend. 13 Bei einem geschlossenen Investmentfonds müssen Investoren häufig einen hohen Mindestbetrag einzahlen; dafür werden sie unternehmerisch beteiligt. Das Geld wird in wenige, manchmal auch nur in ein einziges Projekt investiert, zum Beispiel in Bürogebäude, Einkaufszentren, Windparks oder in ein Containerschiff. Geht die Unternehmung schief, so ist das Geld verloren. In einigen Fonds gibt es sogar eine Nachschusspflicht. Dann müssen die Anleger unter Umständen mehr Geld in den Fonds einzahlen, als sie eigentlich wollten. 14 Offene Fonds werden an der Börse gehandelt und die Anleger können ständig Anteile kaufen und verkaufen. Ist das Interesse der Anleger groß, kann der Fonds wachsen. Mehr Geld ist für die Fondsgesellschaft immer gut, denn damit vergrößert sich der Spielraum. Der Fondsmanager oder ein Computer verteilt das Vermögen in verschiedene Projekte, Unternehmen oder Länder und beschränkt damit die Gefahr für die Investoren, ihr Geld zu verlieren. Die können schon mit einem kleinen Betrag ihr Risiko streuen. 15 Was ist der Ausgabeaufschlag? Der Ausgabeaufschlag oder Agio ist eine einmalige Gebühr, die oft beim Erwerb von Fondsanteilen anfällt. Sie wird üblicherweise als Prozentsatz auf der Basis des aktuellen Rücknahmepreises angegeben. Die Höhe des Ausgabeaufschlags ist unterschiedlich und wird von der Kapitalanlagegesellschaft festgesetzt. Er dient unter anderem der Deckung der Vertriebskosten und variiert erfahrungsgemäß zwischen null und sieben Prozent. Bei mehr als der Hälfte der in Deutschland zugelassenen Publikumsfonds liegt der Ausgabeaufschlag bei mindestens fünf Prozent, bei knapp einem Viertel sogar bei mehr als sechs Prozent. Auf Ausgabeaufschläge werden häufig von unterschiedlichen Vermittlern unterschiedlichste Rabatte von bis zu einhundert Prozent angeboten. In diesem Fall muss man also keinen Ausgabeaufschlag zahlen. 16 Was ist die Bestandsprovision? Die Bestandsprovisionen ist eine jährliche Provision an die Banken und andere Vermittler von Investmentfonds, solange der Anleger die Fondsanteile in seinem Depot hält. Sie ist eigentlich eine reine Verwaltungsgebühr. Viele Fondsvermittler, die einhundert Prozent Rabatt auf den Ausgabeaufschlag gewähren, finanzieren dies mit über die Bestandsprovision: Dies ist leider ein fragwürdiger Trend! Denn sie mindern das Fondsvermögen und damit die Wertentwicklung eines Fonds. 17 Was ist das Total Expense Ratio (Ter)? Die Gesamtkostenquote wird auch als Total Expense Ratio bezeichnet. Sie beschreibt die Summe der Kosten und Gebühren eines Fonds als Prozentsatz des durchschnittlichen Fondsvermögen innerhalb eines Geschäftsjahres. Berücksichtigt werden dabei alle Kosten, die zu Lasten des Fondsvermögens entnommen wurden, mit Ausnahme von Transaktionskosten. In diesem Kapitel schauen wir uns aktiv verwaltete #Investmentfonds als Gruppe von #Finanzprodukten an. Nachdem die #Funktionsweise und insbesondere die aktive Verwaltung erkärt wurde, werden Fonds verschiedener #Anlageklassen betrachtet sowie verschiedene Arten von #aktiv #verwaltetn #Fonds. Dies sind insbesondere #Mischfonds, #Hedgefonds und #Dachfonds. Abschließend werden die wichtigsten #Eigenschaften und #Kennzahlen zu Fonds vorgestellt. Wichtige Kennzahlen sind der #Ausgabeaufschlag, die #Bestandsprovision, und das #TER. Bei den Eigenschaften werden #offene und #geschlossene Fonds unterschieden.